Rollrasen richtig im Sommer verlegen
Zuletzt aktualisiert am 11.08.26Rollrasen richtig im Sommer verlegen: Anleitung und wichtige Hinweise für die besonders warme Jahreszeit
Inhaltsverzeichnis
Rollrasen lässt sich grundsätzlich auch in den Sommermonaten verlegen. Hohe Temperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und warme Böden stellen dabei allerdings besondere Anforderungen an die Vorbereitung, die Verlegung und vor allem an die Bewässerung von Rasen.
Besonders anspruchsvoll wird die Verlegung, wenn gleichzeitig Beregnungsverbote oder zeitliche Einschränkungen für die Bewässerung gelten. Mit einer guten Planung lässt sich jedoch auch unter diesen Bedingungen ein erfolgreicher Start des neuen Rasens ermöglichen. In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei der Rollrasen-Verlegung im Sommer achten sollten, wie Sie Trockenschäden von Anfang vermeiden und die verfügbare Bewässerungszeit optimal nutzen.
Rollrasen im Sommer verlegen – ist das überhaupt möglich?
Der ganz entscheidende Faktor ist die Wasserversorgung. Frisch verlegter Rollrasen besitzt noch keinen ausreichenden Kontakt zum Unterboden und kann deshalb zunächst kein Wasser mit seinen Wurzeln aus dem Boden aufnehmen. Gleichzeitig verdunstet aus der Rasensode bei Wärme sehr viel Feuchtigkeit.
Deshalb gilt im Sommer: Der Rollrasen muss nach der Verlegung möglichst schnell und ausreichend bewässert werden.
Bei sommerlichen Temperaturen muss außerdem vermieden werden, dass die gelieferten Rasenrollen in der Sonne liegen. Idealerweise wird der Rollrasen möglichst direkt nach der Anlieferung verarbeitet. Bei größeren Rasenflächen sollten die Rollen während der Verlegung im Schatten liegen oder in dieser Zeit abgedeckt werden.
Der richtige Zeitpunkt für die Rollrasen-Verlegung im Sommer
Für die Sommerverlegung sind die frühen Morgenstunden oder die späteren Nachmittags- beziehungsweise Abendstunden besonders günstig. Die Mittagszeit mit intensiver Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden. Bei hohen Temperaturen trocknen in der Mittagssonne die frisch verlegten Rasensoden deutlich schneller aus.
Die Rollen müssen direkt nach der Anlieferung vollständig verarbeitet werden (Liefertag = Verlegetag). Sie dürfen nicht unnötig in der prallen Sonne liegen. Bei Zwischenlagerung sollte der Rollrasen schattig und kühl liegen. Entfernen Sie sofort alle Verpackungsmaterialien (Folie) und verringern Sie die Stapelhöhe der Paletten.
Vor der Verlegung: Bewässerungszeiten unbedingt prüfen
Bei einer Sommerverlegung sollte die Bewässerung des Rasens bereits vor dem eigentlichen Verlegetermin geplant werden. In einigen Regionen gelten im Sommer Einschränkungen für die Gartenbewässerung. Informieren Sie sich deshalb bereits vor der Bestellung Ihres Rollrasens über die aktuell geltenden Regelungen an Ihrem Wohnort.
Planen Sie die Lieferung und Verlegung so ein, dass nach Möglichkeit ausreichend Zeit für die erste intensive Bewässerung bleibt. Besonders ungünstig ist eine Situation, in der der Rasen beispielsweise kurz vor Beginn eines Bewässerungsverbots verlegt wird und anschließend nicht mehr ausreichend gewässert werden darf. Bei extremen Temperaturen kann es sinnvoll sein, den Verlegetermin auf einen weniger heißen Tag zu verschieben.
Was tun, wenn direkt nach der Verlegung ein Bewässerungsverbot beginnt?
Genau hier ist die richtige Planung besonders wichtig: Wenn beispielsweise ab 10.00 Uhr nicht mehr bewässert werden darf, sollte die Verlegung so organisiert werden, dass die erste intensive Bewässerung bereits zuvor abgeschlossen ist. Die weitere Bewässerung kann dann nach dem Ende der Beregnungseinschränkung fortgesetzt werden (z. Bsp. nach 18.00 Uhr). Die jeweils geltenden regionalen Vorschriften zur Bewässerung sind unbedingt einzuhalten.
Den Boden sorgfältig vorbereiten
Eine gute Bodenvorbereitung ist unabhängig von der Jahreszeit die Grundlage für einen erfolgreichen Rollrasen. Im Sommer kommt ihr jedoch eine besondere Bedeutung zu. Der Boden sollte bereits vor Ankunft des Rasens so vorbereitet werden, dass die Rasensoden sofort verlegt werden können und danach einen guten Kontakt zum Untergrund bekommen und anschließend zügig verwurzeln können:
- Fläche von Unkraut, Steinen und Pflanzenresten befreien.
- Boden entsprechend der vorhandenen Bodenverhältnisse lockern und Unebenheiten ausgleichen.
- Fläche sehr gründlich feinplanieren.
- Boden leicht anfeuchten, sofern er ausgesprochen trocken ist.
- Rollrasen unmittelbar verlegen.
Der Boden sollte leicht erdfeucht, jedoch nicht nass oder schlammig sein. Ein zu trockener Untergrund kann dem frisch verlegten Rasen unmittelbar nach der Verlegung Wasser entziehen. Ein stark durchnässter oder verschlämmter Untergrund kann dagegen die Bearbeitung erschweren und ist beim Verlegen unpraktisch. Es könnte passieren, dass man tiefe Fußspuren im Boden hinterlässt. Dann ist ein guter Bodenschluss nicht möglich.

Rollrasen auch in Teilflächen sofort bewässern
Die erste Bewässerung ist entscheidend für den Anwuchs des Rasens. Ein häufiger Fehler bei der Verlegung von Rollrasen im Sommer ist es, mit der Bewässerung zu warten, bis die gesamte Fläche fertig verlegt ist. Bei hohen Temperaturen darf das nicht passieren. Sobald ein ausreichend großer Bereich fertig verlegt ist, sollte er bewässert werden. Das gilt insbesondere bei starker Sonneneinstrahlung und hohen Temperaturen.
Bei größeren Flächen sollte die Arbeit in Abschnitte aufgeteilt werden und fertig verlegte Teilbereiche müssen bereits vorab bewässert werden. So wird verhindert, dass die ersten verlegten Bahnen unnötig lange der Sonne und Wärme ausgesetzt sind.
Als Orientierung können etwa 20 Liter Wasser pro Quadratmeter angesetzt werden. Die Rasensode als auch der darunterliegende Boden müssen vollständig durchfeuchtet werden. Das Wasser soll die Rasensode vollständig durchdringen und muss bis in den Untergrund gelangen. Der Rollrasen muss dabei einen guten Kontakt zum Boden bekommen. Dieser Kontakt ist die wichtigste Voraussetzung dafür, dass die Rasenbahnen möglichst schnell anwurzeln können.
Die ausgebrachte Wassermenge lässt sich mit einem einfachen Regenmesser prüfen. Dieses simple Gerät hilft dabei, nicht nur nach Gefühl zu bewässern, sondern die tatsächlich auf der Fläche ankommende Wassermenge zu überprüfen.
Bewässerung während der Anwuchsphase
Nach der ersten intensiven Bewässerung beginnt die wichtigste Phase: Der Rollrasen muss anwachsen. In den ersten Tagen sollte besonders aufmerksam kontrolliert werden, wie feucht der Boden und die Rasensode sind. Entscheidend sind die tatsächlichen Bedingungen vor Ort. Temperatur, Sonneneinstrahlung, Wind, natürlicher Niederschlag und Bodenart haben großen Einfluss auf den Beregnungsbedarf. Ein sandiger Boden kann beispielsweise viel weniger Wasser speichern als ein lehmig-humoser Boden.
Achten Sie insbesondere auf eventuelle trockene Stellen, sich aufhellende oder einrollende Blätter, trockene Ränder der Rasensoden oder womöglich auftretende Unterschiede zwischen sonnigen und schattigen Bereichen. Auch Fugen sowie Rand- bzw. Übergangsbereiche zwischen den einzelnen Bahnen sollten beobachtet werden. Trocknen diese stark aus, können sich die Rasensoden an den Rändern zurückziehen. Bewässern Sie in diesen Bereichen bei Bedarf direkt mit einer Gießbrause nochmals zusätzlich.
Weitere Tipps und Anleitungen finden Sie auf unserer Infoseite zur Rasenbewässerung.
Checkliste für die Planung der Rollrasen-Verlegung
Vor der Verlegung:
☐ Regionale Bewässerungsvorschriften prüfen, erlaubte Bewässerungszeiten feststellen
☐ Wettervorhersage kontrollieren, sehr heiße Tage vermeiden
☐ Bewässerungstechnik vorbereiten, Rasensprenger, Anschlüsse, Brunnen/Pumpe prüfen
☐ Regenmesser bereithalten
☐ Boden vollständig vorbereiten
Bei der Verlegung:
☐ Rollrasen umgehend nach Anlieferung zügig verarbeiten
☐ Rollen nicht unnötig in der Sonne lagern
☐ Boden weder zu trocken noch zu nass bearbeiten
☐ Zügig und möglichst abschnittsweise arbeiten
☐ Fertige Teilflächen bereits während der Verlegearbeiten bewässern
Nach der Verlegung:
☐ Erste gründliche Bewässerung durchführen: 15-20 l/m²
☐ Gleichmäßige Wasserverteilung kontrollieren
☐ Bodenfeuchtigkeit regelmäßig überprüfen
☐ Bewässerungszeiten und regionale Vorgaben einhalten
☐ Rollrasen in der Anwuchsphase möglichst wenig betreten
☐ Bewässerung immer an Temperatur, Sonneneinstrahlung und Niederschlag anpassen
☐ Rasen erst nach ausreichendem Anwachsen stärker belasten
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